Eine gut sortierte Hausapotheke hilft im Alltag. Sie sorgt dafür, dass wichtige Mittel griffbereit sind, wenn es schnell gehen muss: bei Fieber, Schmerzen, kleinen Verletzungen, Durchfall oder einer beginnenden Erkältung. Gleichzeitig sammeln sich in vielen Haushalten über Jahre Arzneimittel an, deren Verfalldatum überschritten ist, die falsch gelagert wurden oder heute nicht mehr zur persönlichen Situation passen.
Warum eine regelmäßige Prüfung wichtig ist
Arzneimittel sind keine gewöhnlichen Haushaltsprodukte. Sie enthalten Wirkstoffe, deren Qualität, Wirksamkeit und Sicherheit bis zum angegebenen Verfalldatum gewährleistet sein sollen – vorausgesetzt, sie wurden richtig gelagert. Nach Ablauf des Verfalldatums sollten Medikamente nicht mehr verwendet werden.
Auch angebrochene Arzneimittel können problematisch sein. Augentropfen, Säfte, Salben oder Tropfen sind nach dem Öffnen oft nur begrenzt verwendbar. Deshalb lohnt es sich, auf der Packung das Öffnungsdatum zu notieren. Was verfärbt ist, ungewöhnlich riecht, beschädigt aussieht oder nicht mehr eindeutig zugeordnet werden kann, gehört nicht zurück in die Hausapotheke.
Was Sie mindestens einmal im Jahr prüfen sollten
Gehen Sie Ihre Hausapotheke am besten einmal im Jahr vollständig durch. Nehmen Sie dafür alle Packungen aus dem Schrank oder der Box und prüfen Sie systematisch:
- Ist das Verfalldatum noch gültig?
- Ist die Packung vollständig und eindeutig beschriftet?
- Ist die Packungsbeilage noch vorhanden?
- Wurde das Arzneimittel richtig gelagert?
- Wurde es speziell für eine bestimmte Person verordnet?
- Passt es noch zur aktuellen Lebenssituation, zu Alter, Gewicht, Schwangerschaft, Stillzeit oder Dauermedikation?
Besonders wichtig: Verschreibungspflichtige Arzneimittel sollten nicht „auf Vorrat“ für andere Personen verwendet werden. Was für einen Menschen richtig war, kann für einen anderen ungeeignet oder sogar riskant sein.
Wo die Hausapotheke am besten steht
Viele Hausapotheken stehen im Badezimmer. Das ist praktisch, aber meistens nicht ideal. Wärme und Feuchtigkeit können Arzneimittel beeinträchtigen. Besser ist ein trockener, kühler und lichtgeschützter Ort, zum Beispiel ein Schrank im Schlafzimmer, Flur oder Vorratsraum.
Medikamente sollten immer außerhalb der Reichweite von Kindern aufbewahrt werden. Bewahren Sie Arzneimittel möglichst in der Originalverpackung auf. So bleiben Name, Stärke, Verfalldatum, Chargenangaben und Packungsbeilage erhalten.
Was in eine sinnvolle Grundausstattung gehört
Eine allgemeine Hausapotheke sollte zur Lebenssituation passen. Ein Haushalt mit Kindern braucht andere Mittel und Dosierungen als ein Einpersonenhaushalt oder ein älteres Ehepaar mit Dauermedikation.
Typische Bestandteile können sein:
- ein geeignetes Mittel gegen Schmerzen und Fieber
- ein Fieberthermometer
- Pflaster, sterile Kompressen, Mullbinden und Verbandmaterial
- Desinfektionsmittel für kleinere Wunden
- Einmalhandschuhe und eine kleine Schere
- Mittel gegen Durchfall und Elektrolytlösung
- persönliche Dauermedikamente in ausreichender, aber nicht übertriebener Menge
- Notfallnummern und wichtige medizinische Informationen
Welche Präparate im Einzelfall sinnvoll sind, hängt von Alter, Vorerkrankungen, Allergien, Schwangerschaft, Stillzeit und der übrigen Medikation ab. Genau hier ist Beratung wichtig.
Wohin mit alten Medikamenten?
Alte oder nicht mehr benötigte Arzneimittel gehören nicht in Toilette, Waschbecken oder Spüle. Das gilt auch für flüssige Arzneimittel wie Säfte oder Tropfen. Wirkstoffe können sonst in den Wasserkreislauf gelangen.
Die Entsorgung ist regional unterschiedlich geregelt. Häufig ist die Entsorgung über den Restmüll möglich, sofern dieser verbrannt wird. Je nach Kommune kommen auch Schadstoffmobil, Wertstoffhof oder eine Rückgabe in der Apotheke infrage. Viele Apotheken bieten eine Rücknahme freiwillig an; eine generelle gesetzliche Pflicht besteht nicht überall.
Unser Tipp aus der Rosen Apotheke
Nehmen Sie sich einmal im Jahr 20 Minuten Zeit für Ihre Hausapotheke. Noch besser: Bringen Sie unklare Arzneimittel, Ihre Dauermedikation oder eine Liste Ihrer Medikamente mit in die Apotheke. Wir helfen Ihnen dabei, Ordnung in Ihre Hausapotheke zu bringen und zu prüfen, was sinnvoll, überholt oder erklärungsbedürftig ist.
So wird aus einem Schrank voller alter Packungen wieder eine praktische Hilfe für den Alltag.
Hinweis: Die Texte sind als Website-Beiträge formuliert und ersetzen keine ärztliche Beratung. Bei akuten Beschwerden, auffälligen Symptomen oder Unsicherheit sollte medizinischer Rat eingeholt werden.
Quellen und fachliche Grundlage
- Bundesministerium für Gesundheit: Arzneimittel richtig aufbewahren und entsorgen – https://www.bundesgesundheitsministerium.de/arzneimittelentsorgung-und-aufbewahrung
- Umweltbundesamt: Umweltbewusste Entsorgung von Medikamentenresten – https://www.umweltbundesamt.de/umweltbewusste-entsorgung-von-medikamentenresten
- BfArM: Arzneimittelentsorgung – https://www.bfarm.de/DE/Buergerbereich/Arzneimittel/arzneimittelentsorgung.html
- ABDA: Faktenblatt Entsorgung von Altmedikamenten – https://www.abda.de/fileadmin/user_upload/assets/Faktenblaetter/Faktenblatt_Entsorgung_von_Altmedikamenten.pdf